Schilddrüsen-Szintigraphie

Die Schilddrüsen-Szintigraphie ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, bei der eine leicht radioaktive Substanz intravenös verabreicht wird, deren Aufnahme und Speicherung gemessen wird. Mittels dieser Szintigraphie wird die Lage, Größe, Form und das Speicherverhalten der Schilddrüse beurteilt. Weiterhin wird die Aufnahmefähigkeit der radioaktiven Substanz Technetium 99m Pertechnetat in der Schilddrüse bestimmt.

Sie erhalten eine geringe Menge eines kurzlebigen radioaktiven Arzneimittels intravenös verabreicht. Nach einer Wartezeit von 10 bis 30 Minuten wir die Untersuchung mit einer sogenannten Gammakamera durchgeführt, Dabei sitzen Sie ca. 5 Minuten vor der Messkamera. Während der Untersuchung dürfen Sie normal atmen und schlucken, nur sollten Sie sich nicht bewegen.

Anschließend wir das aufgezeichnete Bild am Computer verarbeitet und durch den Arzt befundet.

Patienten mit knotigen Schilddrüsenveränderungen können sogenannte kalte oder warme Knoten aufweisen. Die Bezeichnung kalt oder warm orientiert sich daran, ob der oder die Knoten verglichen mit dem umliegenden Schilddrüsengewebe eine verminderte oder vermehrte Schilddrüsenfunktion aufweisen.

Kalte Schilddrüsenknoten müssen überwacht und ggf. feinnadelpunktiert werden, da sich in ihnen gehäuft bösartige Veränderungen finden können. Bei einer Feinnadelpunktion wird (meist unter Ultraschallkontrolle) aus dem Knoten mit einer dünnen Injektionsnadel Gewebe gewonnen und zur Untersuchung durch einen Pathologen eingeschickt. – Selbst bösartige Schilddrüsenveränderungen sind heute in einem sehr hohen Prozentsatz heilbar!

Warme Schilddrüsenknoten führen zur Schilddrüsenüberfunktion, die sich meist beim Patienten durch Nervosität und Herzjagen zu erkennen gibt. Auch Haarausfall, Durchfälle und Wärmeintoleranz sind häufig anzutreffen. Sind die Knoten nicht allzu groß, können sie durch eine Radiojodtherapie angegangen werden (größere werden operiert). Bei der Radiojodtherapie schluckt der Patient eine Kapsel mit radioaktivem Jod, welches in die Knoten gelangt und den Knoten durch Bestrahlung für den Patienten schonend eliminiert.

Die Basedow-Hyperthyreose ist eine Sonderform der Schilddrüsenüberfunktion, bei der die Schilddrüse meist knotenfrei ist und die gesamte Schilddrüse eine Überfunktion aufweist. Im Szintigramm zeigt die Schilddrüse eine verstärkte Speicherung, welche an der prozentualen Aufnahme des applizierten Stoffes, dem sogenannten Uptake, abgelesen werden kann. Diese Art der Überfunktion wird zunächst über 1 Jahr medikamentös behandelt; besteht 1 Jahr nach Absetzen des Medikamentes noch eine Überfunktion, wird die bei kleineren Schilddrüsen durch eine Radiojodtherapie und bei größeren Schilddrüsen durch eine Operation angegangen.



Vorbereitung

Zur Untersuchung der Schilddrüse müssen Sie nicht nüchtern sein. Ggf. müssen Sie Ihre Schilddrüsenmedikamente je nach Fragestellung und nach Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt mindestens 6 Wochen vor der Untersuchung absetzen.

Bringen Sie bitte Ihre aktuellen Schilddrüsenhormonwerte sowie, wenn vorhanden, einen aktuellen Ultraschallbefund mit. Außerdem müssen Sie uns mitteilen, welche Schilddrüsenmedikamente Sie aktuell einnehmen.



Untersuchung

Die Kleidung können Sie anbehalten. Ihren Halsschmuck müssen Sie ablegen. Die Untersuchung erfolgt im Sitzen und dauert 5 Minuten. Das Gerät verursacht dabei keine lauten Geräusche. Ggf. erfolgt ergänzende Diagnostik durch Ultraschall. Auch eine komplette Hormonbestimmung, einschließlich der Autoantikörper, kann nötig sein.

Im Anschluss an die Untersuchung wird der Arzt den Befund mit Ihnen besprechen. Nach der Untersuchung sollten Sie reichlich Wasser trinken und die Blase häufig entleeren. Sie können z.B. Auto fahren, arbeiten oder Ihrem Alltag nachgehen.

Sollten Sie Fragen haben, so wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an unser Team.